Einst war der Fluss Douro die Hauptverkehrsader für den Portwein-Transport. Über sie wurde der Portwein aus dem Anbaugebiet Alto Douro flussabwärts zu den großen Portweinkellereien in den Städten Porto und Vila Nova de Gaia verschifft. Heute übernehmen Lkws diesen Transport. Der Handel mit Portwein prägt Vila Nova de Gaia jedoch bis heute. In den Kellereien und Lagerhäusern reift der süße Wein mindestens zwei Jahre, teilweise auch viel länger. Die Stadt ist das Zentrum der portugiesischen Portweinproduktion und die Hallen der Produzenten an der Uferpromenade des Douro ziehen viele Touristen an.

Dem Portweinhandel verbunden
Das Projekt „Splendouro“ des Architekturbüros NN Arquitectura fühlt sich dem kulturellen Erbe der Stadt verpflichtet. Der Fluss selbst war Namensgeber für die elf Einfamilienhäuser der Wohnanlage in Vila Nova de Gaia. In kurzer Entfernung vom Wasser folgen sie einer ansteigenden Straße und bieten alle einen Blick auf den Douro und den angrenzenden Yachthafen. Ihre Anordnung in emporstrebenden Zweiergruppen wurde von den terrassenförmig angepflanzten Rebstöcken an den Hängen der Weinberge im Douro-Tal inspiriert.
Das Architekturbüro NN Arquitectura hat die Gebäude mit einer Dachform ausgestattet, die an jene der Portweinkellereien und -lagerhäuser erinnert. Mit ihrer Außenhülle aus der VMZINC-Oberfläche QUARTZ-ZINC heben sich die Fassaden und Dächer der Häuser jedoch sowohl von der umliegenden Bebauung als auch von den traditionellen Vorbildern ab. Deren Dächer sind größtenteils mit roten Dachziegeln gedeckt.

Für frische Luft ist gesorgt
Die Splendouro-Häuser folgen zwei leicht unterschiedlichen Typologien, die jedoch beide einen gehobenen Wohnkomfort bieten. Die beiden Typologien unterscheiden sich in der Größe der Wohnfläche und in der Anzahl der Schlafzimmer. Die größere Variante verfügt über fünf Schlafzimmer und eine Wohnfläche von etwa 295 m², die kleinere Variante hat vier Schlafzimmer und eine Wohnfläche von etwa 283 m². Jedes Gebäude verfügt über zwei Loggien in der obersten Etage. Eine kleinere Loggia befindet sich auf der Straßenseite, die zweite zum Garten hin ist großzügiger bemessen. Für das Leben im Freien stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern außerdem ein Balkon, eine Terrasse, ein Garten und ein kleiner Pool zur Verfügung.

Komfort liegt im Detail
Die Gebäude sind auch sonst großzügig ausgestattet, sowohl in Bezug auf die Inneneinrichtung als auch in Bezug auf die Gebäudetechnik. Sogar ein kleiner Aufzug ist in die dreigeschossigen Gebäude integriert. Architekt Miguel Nogueira, der Splendouro für NN Arquitectura geplant hat, ist überzeugt, dass die Details den Komfort ausmachen. Dies zeigt sich auch in der Qualität der verwendeten Materialien. Sie sollen eine zeitgemäße und zugleich zeitlose Atmosphäre schaffen.

Zink bestimmt das Bild
Das verbindende und bestimmende Material aller elf Gebäude ist Zink. Eine Zinkbekleidung ziert die Dächer sowie die Fassaden des obersten Stockwerks. Die Häuser sind auf der Front- und der Rückseite mit großen Fenstern ausgestattet und die Flächen um die Fenster herum sind ebenfalls mit Zink bekleidet. An der Fassade auf der Straßenseite setzt rötliches Kiefernholz weitere Farbakzente. Auf der Gartenseite ist hingegen hell verputzter Beton zu finden.

Auf gleicher Linie
Insgesamt wurden rund 5.600 m² QUARTZ-ZINC als VMZINC Stehfalzdeckung verlegt. Die Scharenbreiten auf dem Dach und an den langen Gebäudeseiten stimmen überein. Die Scharen wurden so verlegt, dass sich die Linienführung exakt von der Fassade zum Dach fortsetzt. Unterbrochen wird der durchgehende Stehfalz nur von der innenliegenden Dachentwässerung, die sich unauffällig im Gebäudevolumen verbirgt. Auf der Gartenseite besitzt jedes Gebäude direkt über der Loggia im obersten Stockwerk eine große, rechteckige Öffnung in der Dachfläche, die ebenfalls mit Zink bekleidet ist. Durch diese Öffnung gelangt zusätzliches Licht in die Loggia und den angrenzenden Raum.

Resistent gegen salzhaltige Luft
Splendouro liegt etwas weiter flussabwärts als das Portweinzentrum der Stadt und damit schon fast an der Mündung des Flusses in den Atlantik. Daher wählten NN Arquitectura das vorbewitterte QUARTZ-ZINC nicht nur, weil es den Fassaden und Dächern eine besondere Ästhetik verleiht. Auch die Langlebigkeit des Materials und die Widerstandsfähigkeit gegenüber der salzhaltigen Luft in Meeresnähe waren entscheidende Faktoren.

Guido Wollenberg
Bildrechte: Martin Serna