Vom Regen in die Traufe

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Notre Dame in Amiens (Frankreich), 13. Jahrhundert
Die Ableitung des Regenwassers erfolgt über Wasserspeier

In unseren Breiten ist eine Sache sicher: es wird regnen. Früher oder später. Und wenn es soweit ist, wird die Entwässerung von Dachflächen entscheidend. Das Wasser, welches über die Dächer gotischer Kathedralen fließt, wird über Wasserspeier freigegeben und verteilt sich auf seinem Weg zum Boden in viele kleine Tropfen. Die Gebäudehöhe macht’s möglich. Vom Regen in die Traufe weiterlesen

Ein Licht in der Dunkelheit

Sakralbauten weisen den Weg zu einer höheren Wirklichkeit. Mit einem Schritt tritt der Mensch aus der profanen Welt hinein in den heiligen Raum. Besonders katholische Kirchbauten beeindrucken den Gläubigen dabei gerne mit einer überwältigenden Architektur als Symbol für die Macht Gottes. Die kleine Kapelle Nossa Senhora de Fátima ist anders. Sie wurde von Plano Humano Arquitectos aus Lissabon für eine landesweite Zusammenkunft von über 20.000 portugiesischen Pfadfindern entworfen. Das Gelände liegt in einem kargen, menschenleeren Hochland, nahe der Kleinstadt Idanha-a-Nova. Ein Licht in der Dunkelheit weiterlesen

Form und Funktion

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Kaufhaus Schlesinger & Mayer (heute Sullivan Center oder Carson Pirie Scott Building), Chigaco 1899, Architekt: Louis Sullivan

„Form follows function“ lautet eines der bekanntesten Architekturzitate. Es stammt von Louis Henri Sullivan, der für eine Architektur bekannt ist, in der Ornamente stets ein essentieller Bestandteil sind. Wie passt dies zusammen? Die Funktion ist bei vielen Dingen einfach zu benennen. Eine Tür verschließt einen Raum, auf einem Stuhl kann man sitzen, aber was ist die Aufgabe eines Ornaments? Das Auge erfreuen? Das auch, aber das ist wohl noch zu wenig. Ein Ornament kann uns Gebäude erklären, eine Geschichte erzählen. Man denke hierbei nur an die vielen Figuren einer gotischen Kathedrale, welche den Menschen des Mittelalters – fast alle Analphabeten – die Geschichten aus der Bibel schilderten. Form und Funktion weiterlesen

Transparenz kommt aus dem Morgenland

Viele Elemente der traditionellen islamischen Architektur entwickelten sich als Reaktion auf gleißendes Licht und hohe Tagestemperaturen. So verkleiden dekorative Holzgitter die Fensteröffnungen, um vor der Sonneneinstrahlung zu schützen und die Innenräume kühl zu halten. Diese Holzgitter werden auch Maschrabiyya genannt. Dank ihrer war es der muslimischen Damenwelt möglich, das Straßenleben zu beobachten, ohne sich um eine Verschleierung sorgen zu müssen. Transparenz kommt aus dem Morgenland weiterlesen

vertikal – horizontal – diagonal

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Berliner Bauakademie, 1836, Architekt: Karl Friedrich Schinkel

Fassaden werden durch Ihre Öffnungen, die verwendeten Materialien und die Fugen dazwischen strukturiert. Über viele Jahrhunderte waren Fensteröffnungen vertikal. Fassaden mit einer vertikalen Strukturierung waren in früheren Epochen bedingt durch die Tragfähigkeit der verwendeten Baustoffe, welche keine allzu breiten Öffnungen zuließ. Dies änderte sich mit der Verwendung von Stahl und Beton. Fensteröffnungen wurden breiter und dies führte in logischer Konsequenz zu Fassaden ohne opaken Teil, ganz aus Glas, ganz aus Öffnung bestehend. Aber auch Glaselemente sind nicht grenzenlos. Die Anordnung der Fugen blieb weiterhin essentiell. vertikal – horizontal – diagonal weiterlesen

Teatime am Kiosk

Mit seinen bescheidenen Dimensionen scheint der Brook Green Pavilion ein perfekter Ausdruck britischen Understatements zu sein. Doch als neuer Mittelpunkt einer innerstädtischen Grünanlage spielt er für sein regionales Umfeld eine bedeutsame Rolle. Gestaltung und Materialwahl zeugen von diesen Ambitionen. In das kleine Gebäude sind viele Ideen geflossen. Beispielhaft dafür steht nicht zuletzt das hochwertige Dach mit einer Zinkoberfläche in PIGMENTO rot von VMZINC. Teatime am Kiosk weiterlesen

Vom Tresen an die Wand: Zink in Innenräumen

Metall erwartet man in Innenräumen in Form von Teilen des Mobiliars oder der Fenster, gegebenenfalls als Kerzenleuchter oder Teil der elektrischen Beleuchtung und eine alte Bezeichnung für den Tresen in Pariser Bistros ist „le zinc“. Nur selten wurde in der Architekturgeschichte mehr Metall im Inneren von Gebäuden eingesetzt. Dies ändert sich an der Wende zum 20. Jahrhundert.

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Notre-Dame-du-Travail, Paris 1902, Architekt: Jules Astruc
Während die Kirche von außen als Steingebäude erscheint, wird der Innenraum durch die Verwendung von Eisenstützen und Trägern bestimmt.

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Ein Dach kommt selten allein

Für gewöhnlich bringt ein Dach seine Wände, Decken und Böden gleich mit. Nur in seltenen Fällen stellt sich die Anforderung, ein Dach ohne ein dazugehöriges Gebäude zu bauen. Der Busbahnhof im schweizerischen Laufen ist ein bemerkenswertes Beispiel. Steuerwald Scheiwiller Architekten aus Basel haben eine außergewöhnliche Form und eine Außenhaut von VMZINC gewählt und daraus eine Überdachung geschaffen, die ein echter Hingucker geworden ist. Ein Dach kommt selten allein weiterlesen

sichtbar – nicht sichtbar

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Österreichischen Postsparkasse, Wien, 1906; Architekt: Otto Wagner

Die Schwerkraft auf unserem Planeten zwingt uns, bei der Planung von Fassadenelementen früher oder später über deren Befestigung nachzudenken. Dies ist wichtig, denn nicht nur Form und Format, Material und Oberflächenbeschaffenheit, Rasterung und Linienführung bestimmen das Erscheinungsbild einer Fassade, auch die Frage, wie die einzelnen Elemente befestigt werden, muss beantwortet werden. Bei Otto Wagners Postsparkasse in Wien halten vermeintliche Nieten die Marmorplatten. Sie haben hier aber keine tragende Funktion außer der eines Ornaments, welches die Fassade gliedert. Anders hingegen beim Archäologischen Museum in Frankfurt am Main von Josef Paul Kleihues. Hier sind in der Mitte der Natursteinplatten tatsächlich Abstandshalter angebracht. Sie haben nun sowohl eine technische als auch eine ästhetische Funktion. sichtbar – nicht sichtbar weiterlesen

Architektur mit Recht auf Anonymität

Zeitgemäße Wohnkonzepte setzen gerne auf die Gemeinschaft und ein Miteinander der Generationen. Ein Architekturbüro aus Zürich geht einen anderen Weg. Es stellt dem Leben in der Gemeinschaft das Recht auf Anonymität zur Seite. Das Mietwohnhaus MinMax schafft zwar auch einen Rahmen für gemeinschaftliches Wohnen, verpflichtet aber nicht dazu. Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten sehen Anonymität als integralen Bestandteil des städtischen Lebens. Architektur mit Recht auf Anonymität weiterlesen