Sakrale Bauten

Die Adventszeit steht vor der Tür. Sie wird in diesem herausfordernden Jahr anders als sonst werden. Dennoch nutzen wir die Gelegenheit und werfen einen Blick auf sakrale Architektur. Bedachungen von Kirchen wurden schon vor Jahrhunderten mit Metall gedeckt. Man denke an das Blei für Dach und Kuppeln auf dem Markusdom in Venedig. Einige Zeit später kam für Kirchendächer das dauerhafte Metall Kupfer und mit ihm die Stehfalztechnik hinzu.

Saint-Barthélemy in Lüttich ist ursprünglich eine romanische Kirche aus dem 11. und 12. Jahrhundert.
Teile das Dachs wurden Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem damals neuen Werkstoff Zink eingedeckt.
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Mit Präzision in die Kurve gelegt

In Einkaufsstraßen richtet sich die Aufmerksamkeit meist auf die Auslagen in den Schaufenstern. Selten wandert der Blick nach oben. Und das ist nicht verwunderlich, denn wenig Anziehendes ist dort zu finden, moderne Zweckbauten dominieren meist das Bild. Doch hebt man in der Haupteinkaufstraße Osnabrücks, der Großen Straße, an der richtigen Stelle die Augen, fällt der Blick auf eine bemerkenswerte Zinkfassade. Sie biegt sich mit dem Straßenverlauf in eine leichte S-Kurve und strahlt eine Ästhetik aus, die sich aus der Präzision ergibt, mit der die Großrauten verlegt wurden. In der VMZINC-Oberflächenqualität AZENGAR ausgeführt, scheint die Fassade bei sonnigem Wetter fast zu strahlen, denn die besonders matte Beschaffenheit der gravierten Oberfläche fängt das Sonnenlicht ein und reflektiert es in einem hellen, intensiven Licht.

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Geht das überhaupt?

Viele Baustoffe werden meist als flächige Elemente verwendet. Sie zu runden, ist manchmal sehr aufwendig und damit kostenintensiv. So sind beispielsweise gerundete Glasscheiben sehr selten. Rundungen mit Glas sind in Ihrer Herstellung anspruchsvoll, und bei größeren Radien lässt sich auch gut mit Segmentierungen arbeiten. Aber eine abgerundete Gebäudeecke, an der sich Fenster befinden, wird erst durch diese gerundeten Scheiben perfekt. Einen sehr schönen Beweis hierfür liefert das Shell-Haus in Berlin am Landwehrkanal.

Shell-Haus, Berlin 1930 bis 1932; Architekt: Emil Fahrenkamp
Die Fassade springt mehrfach entlang des Landwehrkanals zurück. In den gerundeten Ecken sind jeweils auch gerundete Scheiben platziert.
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Hier läuft es schief!

In kleinen Gemeinden auf dem Land findet man eher selten öffentliche Gebäude, die durch außergewöhnliche architektonische Ideen auffallen. Bei Sotto il Monte liegt der Fall etwas anders. Die Gemeinde in der italienischen Provinz Bergamo ist der Geburtsort des mittlerweile heiliggesprochenen Papstes Johannes XXII. Nach seinem Tod im Jahre 1963 hat sich Sotto il Monte zu einem Wallfahrtsort für gläubige Katholiken aus Italien und dem Ausland entwickelt.

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Ungewohnte Optik

Einfamilienhäuser sind eine wichtige Disziplin in der Architektur. Es ist bemerkenswert, wie intensiv sich Architekten bei der Planung dieser Bauvorhaben mit den Wünschen der Bauherren und dem Ort auseinandersetzen. Vieles will bedacht und beachtet werden. Die Wahl der Materialien, welche für die Gebäudehülle verwendet werden, richtete sich in der Vergangenheit oft nach den in nächster Umgebung vorkommenden. Die Dächer der Häuser wurden mit Schiefer, Ziegel, Reet gedeckt und es entstanden Fassaden aus Holz, Sichtmauerwerk oder Putz.

Haus mit Holzfassade
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Einmal auftanken, bitte

Eine Tankstelle ist in der Regel kein Ort, der durch seine besondere Architektur von sich reden macht. Umso mehr Aufsehen erregt es, wenn die Gestaltung aus der Masse hervorsticht. Im Falle der „Gas Station La Corbeille“ gibt es dafür sogar recht ungewöhnliche Gründe. Das Gewerbegebiet La Corbeille liegt im belgischen Westmeerbeek und war bis 2011 Standort der Konservenproduktion von Bonduelle. Einige werden sich noch an den Bonduelle-Mais erinnern. Als „Zartgemüse aus der Dose“ marschierte er zu den Takten des Radetzky-Marsches durch höchst einprägsame TV-Werbespotts der 80er Jahre. Von diesem Geist des Ortes beseelt, entwarf Architekt Manu Lenders die neue Tankstelle. Das Ergebnis ist ihm weit geschmackvoller gelungen, als der mediale Bezug erwarten lässt. Mit runden Formen erlaubt sich die Tankstelle eine ironisch-liebevolle Anspielung auf die Gestalt der Blechkonserven, von denen zu Hochzeiten der Produktion rund 100.000 Tonnen im Jahr die Fabrik verließen. Einmal auftanken, bitte weiterlesen

Flächenbündig

In der zeitgenössischen Architektur findet man seit einigen Jahren vermehrt die Verwendung von Flachdächern. Dennoch werden vor allem im Bereich der Einfamilienhäuser nach wie vor Steildächer geplant. Es würde sich anbieten, an dieser Stelle in eine tiefere Diskussion hierzu einzutreten, aber beide Formen haben durchaus Ihre Berechtigung und sind heute sicher ausführbar.

Dachflächenfenster Flächenbündig weiterlesen

Raum für Experimente

Die Charterhouse School gehört zu den wichtigsten privaten Bildungseinrichtungen Großbritanniens. Ursprünglich 1611 gegründet, wurde sie später von London in das weiter südwestlich gelegene Godalming verlegt. Im neogotischen Stil entstand auf einem Hügel oberhalb der Stadt ein Gebäudeensemble, das den Prototyp einer altehrwürdigen englischen Privatschule darstellt und problemlos als Schauplatz für einschlägige TV-Serien herhalten könnte: ein vielfach verzweigter Gebäudekomplex mit Türmen, verschachtelten Dächern und vielen Schornsteinen. Raum für Experimente weiterlesen

Reihung mit Rhythmus

Das Prinzip der Reihung ist ein essenzielles Gestaltungselement in der Architektur, welches bereits in der Antike verwendet wurde. Ein sehr bekanntes Beispiel ist der Parthenon auf der Akropolis. Dieser Tempel besitzt eine dorische Säulenordnung, die auch bekannt ist für ihren „Eckkonflikt“. Dies bedeutet, dass der Abstand der Säulen nicht immer gleich ist. Die Säulen an den Ecken des Gebäudes sind aus gestalterischen Zwängen jeweils etwas eingerückt. Dadurch ergibt sich aber auch eine Veränderung im Rhythmus der Säulenreihen. Sie erhalten auf sehr subtile Weise einen Anfang und ein Ende.

Parthenon klein Reihung mit Rhythmus weiterlesen

Sittin‘ on the dock of the bay

Schon seit vielen Jahrhunderten ist der Fluss Tyne ein wichtiger Handelsweg für Kohleexporte aus dem Nord-Westen Englands. An seinem nördlichen Ufer, direkt an der Mündung in die Nordsee, liegt der Ort North Shields. Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich hier das Schiffsbau-Unternehmen Smith’s Dock angesiedelt. Heute haben die Werften von Smith’s Dock ihren Betrieb eingestellt und auf dem ehemaligen Werftgelände, wo einst viele Schiffe vom Stapel gelaufen sind und Tausende beschäftigt waren, stehen zwei große neue Wohnhäuser. Sie sind von Kopf bis Fuß in rotes Zink gehüllt. Sittin‘ on the dock of the bay weiterlesen