Auf Odins Spuren

Auf seinem Pferd Sleipnir – dem Dahingleitenden – begab sich Odin auf ausgedehnte Reisen durch die Welten von Göttern, Menschen und anderen sinistren Gestalten. Laut einer norwegischen Sage ist das majestätische Dahingleiten des Gottes an einem bestimmten Berg in eine eher holprige Angelegenheit umgeschlagen. Bei einem Flug über Norwegens Fjordlandschaft krachte der achtbeinige Sleipnir auf diesen Berg und hinterließ einen mächtigen Hufabdruck, welcher den Gipfel nachhaltig umformte. Der Berg heißt heute Hoven und der Bezug zwischen dem Berg und dem norwegischen Wort Hov, zu Deutsch Huf, drängt sich förmlich auf.

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Mit altem Schwung ins neue China

Die traditionelle Architektur Chinas hat nicht zuletzt durch einschlägige Kinofilme den Weg ins kollektive Gedächtnis der westlichen Welt gefunden. Die Shaolin-Mönche lassen grüßen. Doch Bilder aus dem modernen China haben diese selektive Wahrnehmung erweitert, wenn nicht gar ersetzt. Die Millionenstädte mit ihren Hochhauslandschaften sind in den Medien überaus präsent. Shanghai tritt mit seiner Skyline in Konkurrenz zu New York. Die alten Tempel und Paläste mit ihren leuchtenden Farben und geschwungenen Dächern scheinen zunehmend in den Hintergrund zu rücken. Doch es gibt auch Bauprojekte, die diesem Trend entgegen wirken. Das zeigt ein Wohnkomplex in Suzhou.

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Mit Präzision in die Kurve gelegt

In Einkaufsstraßen richtet sich die Aufmerksamkeit meist auf die Auslagen in den Schaufenstern. Selten wandert der Blick nach oben. Und das ist nicht verwunderlich, denn wenig Anziehendes ist dort zu finden, moderne Zweckbauten dominieren meist das Bild. Doch hebt man in der Haupteinkaufstraße Osnabrücks, der Großen Straße, an der richtigen Stelle die Augen, fällt der Blick auf eine bemerkenswerte Zinkfassade. Sie biegt sich mit dem Straßenverlauf in eine leichte S-Kurve und strahlt eine Ästhetik aus, die sich aus der Präzision ergibt, mit der die Großrauten verlegt wurden. In der VMZINC-Oberflächenqualität AZENGAR ausgeführt, scheint die Fassade bei sonnigem Wetter fast zu strahlen, denn die besonders matte Beschaffenheit der gravierten Oberfläche fängt das Sonnenlicht ein und reflektiert es in einem hellen, intensiven Licht.

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Hier läuft es schief!

In kleinen Gemeinden auf dem Land findet man eher selten öffentliche Gebäude, die durch außergewöhnliche architektonische Ideen auffallen. Bei Sotto il Monte liegt der Fall etwas anders. Die Gemeinde in der italienischen Provinz Bergamo ist der Geburtsort des mittlerweile heiliggesprochenen Papstes Johannes XXII. Nach seinem Tod im Jahre 1963 hat sich Sotto il Monte zu einem Wallfahrtsort für gläubige Katholiken aus Italien und dem Ausland entwickelt.

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Einmal auftanken, bitte

Eine Tankstelle ist in der Regel kein Ort, der durch seine besondere Architektur von sich reden macht. Umso mehr Aufsehen erregt es, wenn die Gestaltung aus der Masse hervorsticht. Im Falle der „Gas Station La Corbeille“ gibt es dafür sogar recht ungewöhnliche Gründe. Das Gewerbegebiet La Corbeille liegt im belgischen Westmeerbeek und war bis 2011 Standort der Konservenproduktion von Bonduelle. Einige werden sich noch an den Bonduelle-Mais erinnern. Als „Zartgemüse aus der Dose“ marschierte er zu den Takten des Radetzky-Marsches durch höchst einprägsame TV-Werbespotts der 80er Jahre. Von diesem Geist des Ortes beseelt, entwarf Architekt Manu Lenders die neue Tankstelle. Das Ergebnis ist ihm weit geschmackvoller gelungen, als der mediale Bezug erwarten lässt. Mit runden Formen erlaubt sich die Tankstelle eine ironisch-liebevolle Anspielung auf die Gestalt der Blechkonserven, von denen zu Hochzeiten der Produktion rund 100.000 Tonnen im Jahr die Fabrik verließen. Einmal auftanken, bitte weiterlesen

Raum für Experimente

Die Charterhouse School gehört zu den wichtigsten privaten Bildungseinrichtungen Großbritanniens. Ursprünglich 1611 gegründet, wurde sie später von London in das weiter südwestlich gelegene Godalming verlegt. Im neogotischen Stil entstand auf einem Hügel oberhalb der Stadt ein Gebäudeensemble, das den Prototyp einer altehrwürdigen englischen Privatschule darstellt und problemlos als Schauplatz für einschlägige TV-Serien herhalten könnte: ein vielfach verzweigter Gebäudekomplex mit Türmen, verschachtelten Dächern und vielen Schornsteinen. Raum für Experimente weiterlesen

Sittin‘ on the dock of the bay

Schon seit vielen Jahrhunderten ist der Fluss Tyne ein wichtiger Handelsweg für Kohleexporte aus dem Nord-Westen Englands. An seinem nördlichen Ufer, direkt an der Mündung in die Nordsee, liegt der Ort North Shields. Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich hier das Schiffsbau-Unternehmen Smith’s Dock angesiedelt. Heute haben die Werften von Smith’s Dock ihren Betrieb eingestellt und auf dem ehemaligen Werftgelände, wo einst viele Schiffe vom Stapel gelaufen sind und Tausende beschäftigt waren, stehen zwei große neue Wohnhäuser. Sie sind von Kopf bis Fuß in rotes Zink gehüllt. Sittin‘ on the dock of the bay weiterlesen

Vom Winde verweht

Ein brausender Wind diente schon als Ausgangspunkt für so manche künstlerische Betätigung. Die Architektur, eher auf dauerhafte und feste Formen abonniert, fällt einem da nicht als Erstes ein. Doch über den Mont-Royal fegt ein Wind, der seine Spuren sogar in der Baukunst hinterlassen hat. Das Atelier Urban Face fand hier die Inspiration zu drei kleinen Kioskgebäuden. Die Kiosques du Mont-Royal dienen der Erschließung eines Erholungsgebietes auf dem Hausberg der kanadischen Stadt Montreal. Sie liegen inmitten des Mont-Royal Parks und sind ein beeindruckendes Beispiel für die Mikroarchitektur, die wir vor einiger Zeit in diesem Blog vorgestellt haben. Durch ihre zurückhaltenden Ausmaße wahren sie die Integrität des Berges. Mit großen Glasflächen an den schmalen Seiten fügen sie sich offen in die Landschaft ein. Vom Winde verweht weiterlesen

Mit 360° in die Vergangenheit

Ein außergewöhnliches Gemälde führt die Besucher des Panorama Museums in Bursa auf eine Zeitreise in das frühe 14. Jahrhundert. Das Gemälde bebildert die Einnahme der Stadt, ein prägendes Ereignis der Gründungsepoche des osmanischen Reiches. Die Panorama-Idee wird im Museum der Millionenstadt südlich von Istanbul sehr umfassend umgesetzt. Mit einem kompletten 360° Blickwinkel schmückt das Gemälde die Innenwände einer Kuppel mit einem Durchmesser von 42 Metern. 11 Künstler haben gemeinsam an dem Werk gearbeitet. Es zeigt rund 10.000 menschliche und tierische Figuren bei diversen Beschäftigungen außerhalb der Stadtmauern von Bursa. Mit 360° in die Vergangenheit weiterlesen