Das prägende Erlebnis

Gebäude lassen sich aus verschiedenen Entfernungen betrachten. Nähern wir uns einem Bauwerk, so geben uns verschiedene Maßstäbe unterschiedliche Informationen. Sie lassen uns Dinge entdecken, zuvor Bekanntes neu interpretieren. Da ist zunächst das Gebäude als Ganzes. Es reagiert auf seine Umgebung durch seine Form, seine Farbe, seine Materialität. Nähern wir uns weiter, werden immer mehr Details sichtbar, schließlich treten feinste Muster und Strukturen hervor. Stehen wir direkt vor einer Wand können wir dann beispielsweise die Maserung von Hölzern oder von Natursteinen erkennen.

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Ein Manta im Auftrag Ihrer Majestät

Manta-Rochen gehören zu den spektakulärsten Bewohnern der Ozeane. Mit riesigen Flügeln ausgestattet, gleiten sie eher durchs Wasser, als zu schwimmen. Die Architekten von Fereday Pollard aus London ließen sich von der beeindruckenden Silhouette der Meeresbewohner inspirieren, als sie sich an den Entwurf der Abbey Wood Station machten. Ein Manta im Auftrag Ihrer Majestät weiterlesen

Kleiderwahl Teil 3

Crystal-Palace klein
Crystal Palace, London, 1851, Architekt: Joseph Paxton

Beim Crystal Palace in London setzt sich das modulare Raster der Fassade im glasgedeckten Tonnendach fort. Es entsteht ein für das Auge des Betrachters logischer Rhythmus, der die gesamte Gebäudehülle zu einer Einheit werden lässt. Ob aus funktionalen oder ästhetischen Gründen, manchmal erfordert der Entwurf eines Gebäudes die gleichen Strukturen an Dach und Fassade. Kleiderwahl Teil 3 weiterlesen

Bedachung mit Struktur

Leistendeckung klein
Leistendeckung mit patentierter Leiste

Im Zuge der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts begann man, Metalle in Fabriken in bis dahin ungekannten Mengen herzustellen. Auch Zink gehörte hierzu. Bei einer bestimmten Temperatur gelang es, den Werkstoff durch walzen in Bleche zu formen, und nun stellte sich die Frage nach seinen Einsatzmöglichkeiten. Bedachung mit Struktur weiterlesen

Wettkampf im Höhlentempel

Auf den ersten Blick scheint ein Sportstadion wenig mit einer jahrtausendealten buddhistischen Höhlentempel-Anlage gemeinsam zu haben. Doch dem international tätigen Architekturbüro Populous ging es beim Entwurf des Datong Sports Center darum, bedeutende historische und geografische Besonderheiten der chinesischen Stadt Datong in die Architektur zu übertragen. Besonders die Yungang-Grotten dienten als Inspirationsquelle. Sie liegen etwa 16 km vom Stadtzentrum Datongs entfernt und beherbergen buddhistische Tempel, die größtenteils im 5. und 6. Jahrhundert aus dem Sandstein herausgeschlagen wurden. Die 252 Grotten von Yungang stellen gemeinsam die größte erhalten gebliebene Höhlentempel-Anlage Chinas dar und gehören seit 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe. Wettkampf im Höhlentempel weiterlesen

Schattenfugen auf dem Dach

Das 19. Jahrhundert kannte für das Material Zink die sogenannte Rinnendeckung zur Eindeckung von Dachterrassen oder Balkonen. Die Technik zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass sie auf sehr flach geneigte Flächen angewandt wurde. Zum anderen bietet sie keine Stolperfallen, welche bei einer Eindeckung mit einem Leisten- oder dem Stehfalzsystem nicht zu vermeiden gewesen wären. Die Wasserführung erfolgte über kleine Rinnen, welche zwischen den einzelnen Blechen angebracht und mit einem Profil geschlossen wurden.

Rinnendeckung Zeichnung
Rinnendeckung

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Zweite Jugend für verwaiste Textilfabrik

Seit den 1930er Jahren behauptet sich eine kleine Textilfabrik im belgischen Kortrijk gegen die zunehmende Urbanisierung in ihrem Umfeld. Im Laufe der Jahrzehnte umschlossen immer mehr Wohngebäude die mittlerweile leerstehende Produktionsstätte. Lange Zeit blieb die Fabrik inklusive angeschlossener Direktorenwohnung ungenutzt und unbewohnt. Sie entwickelte sich zu einem störenden Fremdkörper, dem die Nachbarn gerne den Garaus gemacht hätten. Das änderte sich erst mit Caroline Vanbiervliet. Die Architektin war auf der Suche nach einem Heim für ihre fünfköpfige Familie samt neuen Räumlichkeiten für ihr Architekturbüro. Zweite Jugend für verwaiste Textilfabrik weiterlesen