Bauen am Wasser

Der Standort ist für den Entwurf eines Gebäudes immer ein wichtiger Bezugspunkt. Im urbanen Umfeld kann man ein Haus einfügen oder es von seiner Umgebung abheben. Gleiches gilt für den ländlichen Raum. Einen ganz besonderen Ort stellt der Übergang von Wasser zum Land dar, ermöglicht er doch zusätzlich das Spiel mit Spiegelungen und der Weite der flachen Wasserfläche. Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist das Schweriner Schloss, welches sein heutiges Erscheinungsbild der Umgestaltung im 19. Jahrhundert verdankt.

Schweriner Schloss, begonnen im 10. Jahrhundert. Das heutige Erscheinungsbild geht nach verschiedenen Bauphasen auf die Umgestaltung im 19. Jahrhundert zurück
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Mal etwas Anderes

Schon einige Male haben wir uns in diesem Blog mit der Bekleidung von runden und gekrümmten Flächen beschäftigt. Dennoch gibt es in diesem Bereich immer noch Neues zu entdecken.

Rue de Rivoli, Paris. Mit der Bebauung wurde 1848 begonnen. Die Straße ist bekannt durch ihre Arkaden und die Tonnendächer, welche aber wohl erst Stück für Stück hinzukamen.
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Lernen unter schwebenden Dächern

Inmitten der Stadt Grenoble, eingebettet in die westlichen Ausläufer der französischen Alpen, liegt das Lycée Champollion. Namenspate der Schule ist Jean-François Champollion. Einst selbst Schüler in Grenoble, gelang es ihm im Jahre 1822 als Erstem, die ägyptischen Hieroglyphen mit Hilfe des Steins von Rosetta zu entziffern. Der nach ihm benannte Schulkomplex zeichnet sich durch eine klare Anordnung mit langen Gebäudeflügeln und großen Höfen aus. Die weitläufige Anlage erstreckt sich über ein rund 28.000 m² großes Areal und öffnet sich nach Süd-Osten zur Stadt. Die einzelnen Flügel laufen in dieser Richtung wie die Zinken eines Kammes aus. Die Entwürfe für das im Jahr 1887 fertiggestellte Lycée stammen von dem Architekten Joseph Auguste Émile Vaudremer.

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Die Ästhetik des Unsichtbaren

Sind Flachdächer eine Erfindung des letzten Jahrhunderts? Man könnte dies fast glauben, denn mit dem Bauhaus, der Moderne und dem International Style eroberte sich diese Dachform endgültig ihren Platz in der Architektur. Die Entwicklung und Verbesserung der Werkstoffe, wie beispielsweise EPDM, halfen hierbei nochmals in den letzten Jahrzehnten.

Es gibt viele Gründe, die für oder gegen die Verwendung eines Flachdachs sprechen können. Man könnte die Nutzung der Räume unter oder die der Flächen auf einem Dach diskutieren. Über städtebauliche und ökonomische Argumente ließe sich ebenfalls lang debattieren. Für all dies reicht ein Blogtext nicht aus. Wir wollen an dieser Stelle nur einer Beobachtung nachgehen, welche sich aus der Betrachtung historischer Bauten ergibt. Es ist die der Sichtbarkeit eines Daches.

Louvre, Paris, Ostfassade, Claude Perrault, 1667 – 1674
Die Dachfläche ist für den Betrachter nicht sichtbar.
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Skulpturale Bauten

Im Gegensatz zur bildenden Kunst muss Architektur oft auch ganz profanen Zwecken dienen. Räume, in denen man wohnt oder arbeitet, benötigen Fenster für eine natürliche Belichtung und auch an verschiedene Elemente im Bereich Haustechnik will gedacht sein, damit ein Gebäude gut genutzt werden kann. Daraus ergeben sich Zwänge, die es oft unmöglich machen, ein Bauwerk wie eine Skulptur zu gestalten. Museumsgebäude, wie das Guggenheim Museum in Bilbao zeigen jedoch, dass dies in einigen Fällen möglich ist. Wir wollen in diesem Blogeintrag einen Blick auf solche Bauaufgaben werfen.

Das Guggenheim Museum in Bilbao wurde 1997 fertiggestellt, Architekt: Frank O. Gehry
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Wenn’s eng wird

Der ein oder andere Leser hat dies eventuell schon einmal erlebt. Das Gebäude, in dem man wohnt oder arbeitet, ist wunderschön und gut gelegen. Mit der Zeit hat sich aber die Familie oder die Firma vergrößert und es ist eng geworden. Umziehen möchte man nicht, was kann man also tun? In vielen Fällen ist es möglich, bestehende Gebäude zu erweitern, mal in die Breite, mal in die Höhe. In der Vergangenheit wurde bei diesen Erweiterungen oft der vorhandene architektonische Stil übernommen oder in ähnlicher Weise fortgeführt. Dies galt auch für die Materialien an Dach oder Fassade.

Blick in den Cour Carrée des Louvre in Paris. Der linke Gebäudeteil von Pierre Lescot stammt aus den 50er Jahren des 16. Jahrhunderts. Etwa ein Jahrhundert später kam die Erweiterung mit dem Pavillon de l’Horloge in der Mitte und dem rechten Gebäudeteil. Der Architekt hier war Jacques Lemercier.
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Den Ton der Provence getroffen

Das kleine Dorf Puyloubier zeigt sich in der typischen Bauweise der ländlichen Provence. Zwar erhebt es sich nicht spektakulär auf einem hohen Felsen wie die berühmten, einst wehrhaften Orte Roussillon, Gordes oder Les Baux-de-Provence. Aber auch die kleine Gemeinde zieht sich an einem Berghang entlang. Meist dreistöckige Häuser säumen enge Straßen und spenden sich gegenseitig Schatten. Auf den Dächern und an den Fassaden herrschen erdige, Gelb- und Ockertöne vor. Die meisten Fassaden sind verputzt, doch einige geben steinsichtig einen Blick auf das typische Sandsteinmauerwerk der Region frei.

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Weder Gaube noch Giebel

In diesem Blogbeitrag wollen wir einen Blick auf ein kleines architektonisches Detail werfen, bei dem man nicht genau weiß, ob es schon eine Dachgaube oder noch ein Teil der Fassade ist. Es geht um Zwerchhäuser. Man könnte jetzt meinen, ich habe mich verschrieben, aber mit Zwergen hat dies alles nichts zu tun. „Zwerch“ ist ein alter Begriff und bedeutet „quer“. Es handelt sich bei diesen Bauelementen also um Dachhäuschen in der Häuserflucht unter einem quer zum Hauptfirst verlaufendem Dach.1

Das Renaissanceschloss von Azay-le-Rideau (Frankreich), zwischen 1518 und 1527.
Die Fenster der Zwerchhäuser befinden sich auf Höhe der Traufe und vermitteln so den Übergang von Fassade zu Dach.
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Geschaffen aus dem Rot der Erde

Als der Gemeindeverband von Conques-Marcillac seinen neuen Verwaltungssitz in Auftrag gab, schwebte ihm ein Gebäude mit einer engen Verbindung zur eigenen Region vor Augen. Diese Nähe zu Land und Menschen hat das Architekturbüro CoCo Architecture konsequent verwirklicht. Die Architekten wählten Farben, Materialien und Know-how aus der heimischen Region im Süden Frankreichs, um die Einbindung in das hügelige Territorium des Marcillac-Tals zu verstärken. „La Maison du Territoire“ wurde der Verwaltungssitz folgerichtig getauft. Auf rund 1.600 m² finden hier Büros, Flächen für Vereine, ein Hilfszentrum für Senioren und ein Coworking Space ein neues Zuhause.

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Patina

Die meisten Oberflächen von Werkstoffen verändern sich im Laufe der Zeit durch eine Reaktion mit den Bestandteilen der Atmosphäre. Es gibt hierbei einige Ausnahmen, wie Gold, einige Extreme, wie Rost auf Eisen oder Stahl, aber auch sehr ästhetische Beispiele wie die Veränderung von Kupfer. Die zunächst metallisch blanke rotbraune Oberfläche dieses Metalls verändert sich über die Jahre in ein mattes Grün, eine Patina bildet sich.

Rathaus in Bremen mit einem imposanten Kupferdach
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