Bauen am Wasser

Der Standort ist für den Entwurf eines Gebäudes immer ein wichtiger Bezugspunkt. Im urbanen Umfeld kann man ein Haus einfügen oder es von seiner Umgebung abheben. Gleiches gilt für den ländlichen Raum. Einen ganz besonderen Ort stellt der Übergang von Wasser zum Land dar, ermöglicht er doch zusätzlich das Spiel mit Spiegelungen und der Weite der flachen Wasserfläche. Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist das Schweriner Schloss, welches sein heutiges Erscheinungsbild der Umgestaltung im 19. Jahrhundert verdankt.

Schweriner Schloss, begonnen im 10. Jahrhundert. Das heutige Erscheinungsbild geht nach verschiedenen Bauphasen auf die Umgestaltung im 19. Jahrhundert zurück
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Gipfeltreffen mit Weitblick

Mit dem David Rubenstein Forum hat die University of Chicago ein neues Kommunikationszentrum für den wissenschaftlichen und intellektuellen Austausch bekommen. Große Glasflächen auf der Front- und Rückseite erlauben einen weitläufigen Blick auf das Stadtzentrum im Norden, den Lake Michigan sowie die südlichen Stadtteile. Die Öffnungen sollen einen Geist von Offenheit, Verbundenheit und Engagement für die umliegenden Viertel und die umgebende Natur ausdrücken. Eine Außenhülle aus Zink umschließt die Seiten des Gebäudes und verbindet sich mit den Glasflächen zu einer markanten Landmarke. Der Entwurf des Architekturbüros Diller Scofidio + Renfro aus New York trägt dem hohen Ansehen des Lehrinstituts Rechnung, das zu den renommiertesten in den USA gehört.

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Die perfekte Welle

Metallfassaden sind eigentlich nichts Neues in der Architektur. Bereits vor etwa einhundert Jahren gab es gusseiserne Fassaden an Bürogebäuden in New York. Einige Bauwerke aus dieser Zeit kann man heute noch finden.

Gusseiserne Fassade am Haughwout Building, New York (USA) 1857, Architekt John P. Gaynor
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Wissenschaft auf Messers Schneide

Das neue Barrett Center for Technology Innovation präsentiert sich als ambitionierte Schnittstelle zwischen Studenten und Unternehmen. Diesen Anspruch betont das Barrett Center nicht zuletzt mit einem auffälligen Erscheinungsbild. Es zählt zu den beeindruckendsten Gebäuden auf dem Nord-Campus des Humber Colleges in Toronto. Von der Rückseite her betrachtet, wirkt seine Silhouette fast wie die Schneide eines riesigen Messers. Auf der Frontseite wandelt sich dieses Bild. Statt Messers Schneide tritt aus dem spitz zulaufenden Baukörper ein großer und verglaster Lobbybereich hervor, der mit einer dynamisch wirkenden, freitragenden Form und einer leuchtend orangenen Farbigkeit einen starken Akzent setzt. Die Lobby öffnet sich zu der zentralen Haltestelle des Campus mit Anschluss an mehrere Buslinien. Der Nord-Campus ist der größte Teilbereich des Humber College. Rund 19.000 Vollzeit-Studenten sind hier eingeschrieben, 1.000 Studenten wohnen auf dem Gelände.

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Wenn aus der Baulücke eine Skulptur wird

Entlang der ehemaligen Grenze durch Berlin sind viele zukunftsweisende Architekturprojekte entstanden. Sie füllen heute wieder die innerstädtischen Brachflächen, die der Abbruch der Berliner Mauer hinterlassen hat. Auch in Berlin-Kreuzberg sind beachtenswerte zeitgenössische Wohn- und Bürogebäude entstanden. Architekturbegeisterte können sogar an Führungen teilnehmen, die ihnen genau diese Bauten nahe bringen. Die Route einer solchen Führung macht auch in der Ritterstraße halt. Hier haben Thomas Hillig Architekten mit einem Bürogebäude eine weitere Baulücke geschlossen. Das sechsstöckige Bauwerk setzt sich deutlich vom herkömmlichen Erscheinungsbild der Nachbarsgebäude ab. Nicht nur das Material der Fassade auch deren hervorstrebende Linienführung sind in diesem Umfeld einzigartig.

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Schattierungen einer verleugneten Farbe

Das im Folgenden vorgestellte Zweifamilienhaus im schweizerischen Döttingen hatte in diesem Blog schon einmal einen kurzen Auftritt – bisher allerdings nur als Fotomodel. Wir sind damals der Frage nachgegangen, ob Schwarz eine Farbe ist. Eine Erkenntnis dieser Untersuchung war, dass wir in unserer Alltagserfahrung eher mit vielen unterschiedlichen Schattierungen von Schwarz konfrontiert werden als mit einem reinen Schwarzton. Und diese Schattierungen nehmen wir durchaus als normale Farbtöne war.

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Skulpturale Bauten

Im Gegensatz zur bildenden Kunst muss Architektur oft auch ganz profanen Zwecken dienen. Räume, in denen man wohnt oder arbeitet, benötigen Fenster für eine natürliche Belichtung und auch an verschiedene Elemente im Bereich Haustechnik will gedacht sein, damit ein Gebäude gut genutzt werden kann. Daraus ergeben sich Zwänge, die es oft unmöglich machen, ein Bauwerk wie eine Skulptur zu gestalten. Museumsgebäude, wie das Guggenheim Museum in Bilbao zeigen jedoch, dass dies in einigen Fällen möglich ist. Wir wollen in diesem Blogeintrag einen Blick auf solche Bauaufgaben werfen.

Das Guggenheim Museum in Bilbao wurde 1997 fertiggestellt, Architekt: Frank O. Gehry
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Bekenntnis zur Andersartigkeit

Inmitten einer heterogenen Ansammlung von traditionellen und modernen Wohnhäusern ist im österreichischen Hohenems ein Einfamilienhaus entstanden, das sich recht selbstbewusst von der Nachbarschaft abhebt. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt eine mit sehr matten und hellen Zink-Schindeln gestaltete Außenhülle. Die fünfeckigen Schindeln von VMZINC sind eine maßgeschneiderte Sonderanfertigung.

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Wenn’s eng wird

Der ein oder andere Leser hat dies eventuell schon einmal erlebt. Das Gebäude, in dem man wohnt oder arbeitet, ist wunderschön und gut gelegen. Mit der Zeit hat sich aber die Familie oder die Firma vergrößert und es ist eng geworden. Umziehen möchte man nicht, was kann man also tun? In vielen Fällen ist es möglich, bestehende Gebäude zu erweitern, mal in die Breite, mal in die Höhe. In der Vergangenheit wurde bei diesen Erweiterungen oft der vorhandene architektonische Stil übernommen oder in ähnlicher Weise fortgeführt. Dies galt auch für die Materialien an Dach oder Fassade.

Blick in den Cour Carrée des Louvre in Paris. Der linke Gebäudeteil von Pierre Lescot stammt aus den 50er Jahren des 16. Jahrhunderts. Etwa ein Jahrhundert später kam die Erweiterung mit dem Pavillon de l’Horloge in der Mitte und dem rechten Gebäudeteil. Der Architekt hier war Jacques Lemercier.
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Fassaden ohne Fenster

Bei den meisten Gebäuden werden die Innenräume durch Fenster belichtet. Ihre Anordnung in Bezug auf eine optimale Raumbeleuchtung sowie eine ausgewogene Aufteilung ist ein bestimmendes Element der Fassadengestaltung. Es gibt aber auch Gebäude, bei denen Fenster nicht notwendig sind, wie beispielsweise Kaufhäuser. In einigen Fällen sind Fenster nicht gewollt, denn das Tageslicht soll über ein Oberlicht in die Räume fallen. Das beste Beispiel hierfür sind Kunstmuseen, in denen dies für eine gleichmäßige Ausleuchtung von Gemälden oder Fotografien sorgt.

Das Panthéon in Paris wurde als Kirche von 1764 bis 1790 erbaut (Architekt: Jacques-Germain Soufflot). In den Seitenwänden befanden sich ursprünglich Fenster, welche später zugemauert wurden. Licht fällt nun vom Obergeschoss in die Räume. Die Fassaden verbleiben als große geschlossene Natursteinflächen.
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