Das prägende Erlebnis

Gebäude lassen sich aus verschiedenen Entfernungen betrachten. Nähern wir uns einem Bauwerk, so geben uns verschiedene Maßstäbe unterschiedliche Informationen. Sie lassen uns Dinge entdecken, zuvor Bekanntes neu interpretieren. Da ist zunächst das Gebäude als Ganzes. Es reagiert auf seine Umgebung durch seine Form, seine Farbe, seine Materialität. Nähern wir uns weiter, werden immer mehr Details sichtbar, schließlich treten feinste Muster und Strukturen hervor. Stehen wir direkt vor einer Wand können wir dann beispielsweise die Maserung von Hölzern oder von Natursteinen erkennen.

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Die Landesgalerie bittet zum Tanz

Die „Tänzerin von Krems“, so wird die neue Kunststätte der Stadt an der Donau häufig genannt. Jeder Schritt um die Landesgalerie Niederösterreich herum eröffnet eine weitere Ansicht auf die mehrfach gewölbten Fassaden. Mal scheint das Gebäude fast in sich zusammen zu sinken, mal spielt es seine imposante, hoch aufragende Präsenz aus. Das Volumen entzieht sich immer wieder einer umfassenden Einschätzung. Um die nordwestliche Gebäudekante als Achse herum verdrehen und verformen sich die Seitenflächen, das Bauwerk windet sich um sich selbst und verjüngt sich zusätzlich nach oben. Die kreisende Tänzerin lässt ihr Kleid fliegen. Die Landesgalerie bittet zum Tanz weiterlesen

E pluribus unum

„Aus vielen eins“ lautet der inoffizielle Wahlspruch der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese gesellschaftliche Vision lässt sich auch als architektonisches Prinzip anwenden. Betrachten wir beispielsweise die vielen einzelnen Ziegel einer alten Backsteinwand, unterschiedlich in Farbe und produktionsbedingt leicht abweichend in den Abmessungen, ergibt sich in einigem Abstand das Bild einer einheitlichen Fläche. Aus den vielen kleinen einzelnen Bauelementen entsteht eine neue Qualität.

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Architektur im Dienste der Gesundheit

Menschen mit einer lebensbedrohlichen Krankheit erleben den Gang zum Arzt oft als einen Weg ins Ungewisse – voll von Angst und Hoffnung. Alles, was diesen Gang erträglicher und klarer werden lässt, ist eine Hilfe für die Betroffenen. Selbst das Praxisgebäude kann im Rahmen der Umstände seinen Teil dazu beitragen, beispielsweise indem es Besucher durch seine Gestaltung willkommen heißt und ihnen einen Ort anbietet, an dem sie sich geborgen fühlen können. Architektur im Dienste der Gesundheit weiterlesen

Kleiderwahl Teil 3

Crystal-Palace klein
Crystal Palace, London, 1851, Architekt: Joseph Paxton

Beim Crystal Palace in London setzt sich das modulare Raster der Fassade im glasgedeckten Tonnendach fort. Es entsteht ein für das Auge des Betrachters logischer Rhythmus, der die gesamte Gebäudehülle zu einer Einheit werden lässt. Ob aus funktionalen oder ästhetischen Gründen, manchmal erfordert der Entwurf eines Gebäudes die gleichen Strukturen an Dach und Fassade. Kleiderwahl Teil 3 weiterlesen

Die Qualität des Unvollkommenen

Vergleicht man die Dinge, welche die Natur hervorbringt mit denen, die Menschen schaffen, so fällt auf, welche Komplexität pflanzliche oder tierische Organismen besitzen. Die einzelnen Metallträger des Eiffelturms erscheinen uns auf den ersten Blick als unüberschaubares Durcheinander. Im Vergleich mit den Zweigen und Blättern eines Baums zeigt sich aber, wie geordnet der über 300 Meter hohe Turm erbaut wurde. Interessant dabei ist, dass beide Beispiele dem Auge des Betrachters gefallen.

Zeichnung Baum klein

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Zweite Jugend für verwaiste Textilfabrik

Seit den 1930er Jahren behauptet sich eine kleine Textilfabrik im belgischen Kortrijk gegen die zunehmende Urbanisierung in ihrem Umfeld. Im Laufe der Jahrzehnte umschlossen immer mehr Wohngebäude die mittlerweile leerstehende Produktionsstätte. Lange Zeit blieb die Fabrik inklusive angeschlossener Direktorenwohnung ungenutzt und unbewohnt. Sie entwickelte sich zu einem störenden Fremdkörper, dem die Nachbarn gerne den Garaus gemacht hätten. Das änderte sich erst mit Caroline Vanbiervliet. Die Architektin war auf der Suche nach einem Heim für ihre fünfköpfige Familie samt neuen Räumlichkeiten für ihr Architekturbüro. Zweite Jugend für verwaiste Textilfabrik weiterlesen

Ein neues Kleid

buckingham palast klein
Buckingham Palast, London, Fassade von Aston Webb aus dem Jahr 1913

Der Buckingham Palast wurde in den letzten Jahrhunderten mehrfach umgebaut. Die Hauptfassade, welche wir heute sehen, ist ein Ergebnis der Umbaumaßnahmen des frühen 20. Jahrhunderts. Falls dem altehrwürdigen Gebäude in Zukunft nochmals eine solche Auffrischung zugutekommt, werden neben Aspekten des Denkmalschutzes sicherlich auch Maßnahmen zur energetischen Ertüchtigung mit einfließen. Denn neben dem Wunsch nach einer neuen Ästhetik ist Bauherren heute vor allem die energetische Leistung einer Fassade wichtig. Ein Großteil des Baubestandes aus den 60er und 70er Jahren entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Eine sehr große Anzahl an Bestandsgebäuden wird deshalb jährlich nachträglich an der Fassade gedämmt. Die Wahl des einzusetzenden Systems sollte aber nicht nur aufgrund der Anschaffungskosten getroffen werden. Auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten, die Lebensdauer der Fassadenbekleidung sowie ökologische Gesichtspunkte sollten einbezogen werden. Ein neues Kleid weiterlesen