Hier läuft es schief!

In kleinen Gemeinden auf dem Land findet man eher selten öffentliche Gebäude, die durch außergewöhnliche architektonische Ideen auffallen. Bei Sotto il Monte liegt der Fall etwas anders. Die Gemeinde in der italienischen Provinz Bergamo ist der Geburtsort des mittlerweile heiliggesprochenen Papstes Johannes XXII. Nach seinem Tod im Jahre 1963 hat sich Sotto il Monte zu einem Wallfahrtsort für gläubige Katholiken aus Italien und dem Ausland entwickelt.

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Ungewohnte Optik

Einfamilienhäuser sind eine wichtige Disziplin in der Architektur. Es ist bemerkenswert, wie intensiv sich Architekten bei der Planung dieser Bauvorhaben mit den Wünschen der Bauherren und dem Ort auseinandersetzen. Vieles will bedacht und beachtet werden. Die Wahl der Materialien, welche für die Gebäudehülle verwendet werden, richtete sich in der Vergangenheit oft nach den in nächster Umgebung vorkommenden. Die Dächer der Häuser wurden mit Schiefer, Ziegel, Reet gedeckt und es entstanden Fassaden aus Holz, Sichtmauerwerk oder Putz.

Haus mit Holzfassade
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Einmal auftanken, bitte

Eine Tankstelle ist in der Regel kein Ort, der durch seine besondere Architektur von sich reden macht. Umso mehr Aufsehen erregt es, wenn die Gestaltung aus der Masse hervorsticht. Im Falle der „Gas Station La Corbeille“ gibt es dafür sogar recht ungewöhnliche Gründe. Das Gewerbegebiet La Corbeille liegt im belgischen Westmeerbeek und war bis 2011 Standort der Konservenproduktion von Bonduelle. Einige werden sich noch an den Bonduelle-Mais erinnern. Als „Zartgemüse aus der Dose“ marschierte er zu den Takten des Radetzky-Marsches durch höchst einprägsame TV-Werbespotts der 80er Jahre. Von diesem Geist des Ortes beseelt, entwarf Architekt Manu Lenders die neue Tankstelle. Das Ergebnis ist ihm weit geschmackvoller gelungen, als der mediale Bezug erwarten lässt. Mit runden Formen erlaubt sich die Tankstelle eine ironisch-liebevolle Anspielung auf die Gestalt der Blechkonserven, von denen zu Hochzeiten der Produktion rund 100.000 Tonnen im Jahr die Fabrik verließen. Einmal auftanken, bitte weiterlesen

Reihung mit Rhythmus

Das Prinzip der Reihung ist ein essenzielles Gestaltungselement in der Architektur, welches bereits in der Antike verwendet wurde. Ein sehr bekanntes Beispiel ist der Parthenon auf der Akropolis. Dieser Tempel besitzt eine dorische Säulenordnung, die auch bekannt ist für ihren „Eckkonflikt“. Dies bedeutet, dass der Abstand der Säulen nicht immer gleich ist. Die Säulen an den Ecken des Gebäudes sind aus gestalterischen Zwängen jeweils etwas eingerückt. Dadurch ergibt sich aber auch eine Veränderung im Rhythmus der Säulenreihen. Sie erhalten auf sehr subtile Weise einen Anfang und ein Ende.

Parthenon klein Reihung mit Rhythmus weiterlesen

Sittin‘ on the dock of the bay

Schon seit vielen Jahrhunderten ist der Fluss Tyne ein wichtiger Handelsweg für Kohleexporte aus dem Nord-Westen Englands. An seinem nördlichen Ufer, direkt an der Mündung in die Nordsee, liegt der Ort North Shields. Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich hier das Schiffsbau-Unternehmen Smith’s Dock angesiedelt. Heute haben die Werften von Smith’s Dock ihren Betrieb eingestellt und auf dem ehemaligen Werftgelände, wo einst viele Schiffe vom Stapel gelaufen sind und Tausende beschäftigt waren, stehen zwei große neue Wohnhäuser. Sie sind von Kopf bis Fuß in rotes Zink gehüllt. Sittin‘ on the dock of the bay weiterlesen

Vertikale Gärten

Die Hauptaufgabe von Dächern und Fassaden stellt der Schutz vor Wind und Wetter dar. Über die Zeit wurden dabei je nach geografischer Region, gestalterischen Ansprüchen und regionalen Vorkommen die verschiedensten Werkstoffe probiert. Eine sehr interessante Art der Bekleidung lässt sich immer noch an manchen Stellen im Norden Europas und auf Island finden: Gras.

Grassodenhaus klein Vertikale Gärten weiterlesen

Vom Winde verweht

Ein brausender Wind diente schon als Ausgangspunkt für so manche künstlerische Betätigung. Die Architektur, eher auf dauerhafte und feste Formen abonniert, fällt einem da nicht als Erstes ein. Doch über den Mont-Royal fegt ein Wind, der seine Spuren sogar in der Baukunst hinterlassen hat. Das Atelier Urban Face fand hier die Inspiration zu drei kleinen Kioskgebäuden. Die Kiosques du Mont-Royal dienen der Erschließung eines Erholungsgebietes auf dem Hausberg der kanadischen Stadt Montreal. Sie liegen inmitten des Mont-Royal Parks und sind ein beeindruckendes Beispiel für die Mikroarchitektur, die wir vor einiger Zeit in diesem Blog vorgestellt haben. Durch ihre zurückhaltenden Ausmaße wahren sie die Integrität des Berges. Mit großen Glasflächen an den schmalen Seiten fügen sie sich offen in die Landschaft ein. Vom Winde verweht weiterlesen

Mit 360° in die Vergangenheit

Ein außergewöhnliches Gemälde führt die Besucher des Panorama Museums in Bursa auf eine Zeitreise in das frühe 14. Jahrhundert. Das Gemälde bebildert die Einnahme der Stadt, ein prägendes Ereignis der Gründungsepoche des osmanischen Reiches. Die Panorama-Idee wird im Museum der Millionenstadt südlich von Istanbul sehr umfassend umgesetzt. Mit einem kompletten 360° Blickwinkel schmückt das Gemälde die Innenwände einer Kuppel mit einem Durchmesser von 42 Metern. 11 Künstler haben gemeinsam an dem Werk gearbeitet. Es zeigt rund 10.000 menschliche und tierische Figuren bei diversen Beschäftigungen außerhalb der Stadtmauern von Bursa. Mit 360° in die Vergangenheit weiterlesen

Mikroarchitektur

Computer klein

Googelt man den Begriff Mikroarchitektur, so stößt man recht schnell auf viele Einträge über Rechnerstrukturen aus dem Bereich der IT. Wir wollen an dieser Stelle eine andere Art von Mikroarchitektur betrachten, die innerhalb des Bauwesens. Es geht um die vielen kleinen Gebäude, denen wir täglich begegnen und oft kaum Beachtung schenken: Wartehäuschen, Kioske, Bushaltestellen, Ticketschalter… Gebäude, die noch weitaus kleiner sind als ein Einfamilienhaus. Mikroarchitektur weiterlesen

Zuckerstopp: Wohnraum statt Süßstoff

Miss Liberty, das Wahrzeichen der Vereinigten Staaten, hat Patina angesetzt. Doch der grüne Schimmer tut der Beliebtheit keinen Abbruch. Im Gegenteil, seit vielen Jahrzehnten ist die Freiheitsstatue eine der Hauptattraktionen von New York, Symbol für die „freie Welt“. Unter der grünen Patina verbirgt sich eine Oberfläche aus Metall, Kupfer in diesem Fall. SHoP Architects aus New York ließen sich durch den natürlichen Alterungsprozess der Freiheitstatue zu dem Wohngebäude 325 Kent in Brooklyn inspirieren. Es liegt am Ufer des East River auf dem Gelände einer alten Zucker-Raffinerie nahe der Williamsburg Bridge. Zuckerstopp: Wohnraum statt Süßstoff weiterlesen