Mit 360° in die Vergangenheit

Ein außergewöhnliches Gemälde führt die Besucher des Panorama Museums in Bursa auf eine Zeitreise in das frühe 14. Jahrhundert. Das Gemälde bebildert die Einnahme der Stadt, ein prägendes Ereignis der Gründungsepoche des osmanischen Reiches. Die Panorama-Idee wird im Museum der Millionenstadt südlich von Istanbul sehr umfassend umgesetzt. Mit einem kompletten 360° Blickwinkel schmückt das Gemälde die Innenwände einer Kuppel mit einem Durchmesser von 42 Metern. 11 Künstler haben gemeinsam an dem Werk gearbeitet. Es zeigt rund 10.000 menschliche und tierische Figuren bei diversen Beschäftigungen außerhalb der Stadtmauern von Bursa. Mit 360° in die Vergangenheit weiterlesen

Mikroarchitektur

Computer klein

Googelt man den Begriff Mikroarchitektur, so stößt man recht schnell auf viele Einträge über Rechnerstrukturen aus dem Bereich der IT. Wir wollen an dieser Stelle eine andere Art von Mikroarchitektur betrachten, die innerhalb des Bauwesens. Es geht um die vielen kleinen Gebäude, denen wir täglich begegnen und oft kaum Beachtung schenken: Wartehäuschen, Kioske, Bushaltestellen, Ticketschalter… Gebäude, die noch weitaus kleiner sind als ein Einfamilienhaus. Mikroarchitektur weiterlesen

Zuckerstopp: Wohnraum statt Süßstoff

Miss Liberty, das Wahrzeichen der Vereinigten Staaten, hat Patina angesetzt. Doch der grüne Schimmer tut der Beliebtheit keinen Abbruch. Im Gegenteil, seit vielen Jahrzehnten ist die Freiheitsstatue eine der Hauptattraktionen von New York, Symbol für die „freie Welt“. Unter der grünen Patina verbirgt sich eine Oberfläche aus Metall, Kupfer in diesem Fall. SHoP Architects aus New York ließen sich durch den natürlichen Alterungsprozess der Freiheitstatue zu dem Wohngebäude 325 Kent in Brooklyn inspirieren. Es liegt am Ufer des East River auf dem Gelände einer alten Zucker-Raffinerie nahe der Williamsburg Bridge. Zuckerstopp: Wohnraum statt Süßstoff weiterlesen

Weniger ist mehr: die Kunst des Verzichts

Normalerweise vereinfachen sich die Dinge, wenn man etwas weglässt. Doch manchmal gibt der Prozess des Weglassens den Blick auf eine neue Ebene frei. Oder er fügt einer einfachen Fläche Struktur hinzu. Auch einer glatten Fassade lassen sich so neue Seiten abgewinnen. Mit einem Material, das selbst in perforierter Ausführung stabil bleibt, lassen sich außergewöhnliche Wirkungen an der Außenhülle erzielen. Den Beweis dafür liefert der estnische Architekt Kalle Vellevoog vom Architekturbüro JVR Architecture mit perforierten Zinkpaneelen am Hochhaus Novira Plaza in der Stadt Tallinn. Weniger ist mehr: die Kunst des Verzichts weiterlesen

Das prägende Erlebnis

Gebäude lassen sich aus verschiedenen Entfernungen betrachten. Nähern wir uns einem Bauwerk, so geben uns verschiedene Maßstäbe unterschiedliche Informationen. Sie lassen uns Dinge entdecken, zuvor Bekanntes neu interpretieren. Da ist zunächst das Gebäude als Ganzes. Es reagiert auf seine Umgebung durch seine Form, seine Farbe, seine Materialität. Nähern wir uns weiter, werden immer mehr Details sichtbar, schließlich treten feinste Muster und Strukturen hervor. Stehen wir direkt vor einer Wand können wir dann beispielsweise die Maserung von Hölzern oder von Natursteinen erkennen.

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Die Landesgalerie bittet zum Tanz

Die „Tänzerin von Krems“, so wird die neue Kunststätte der Stadt an der Donau häufig genannt. Jeder Schritt um die Landesgalerie Niederösterreich herum eröffnet eine weitere Ansicht auf die mehrfach gewölbten Fassaden. Mal scheint das Gebäude fast in sich zusammen zu sinken, mal spielt es seine imposante, hoch aufragende Präsenz aus. Das Volumen entzieht sich immer wieder einer umfassenden Einschätzung. Um die nordwestliche Gebäudekante als Achse herum verdrehen und verformen sich die Seitenflächen, das Bauwerk windet sich um sich selbst und verjüngt sich zusätzlich nach oben. Die kreisende Tänzerin lässt ihr Kleid fliegen. Die Landesgalerie bittet zum Tanz weiterlesen

E pluribus unum

„Aus vielen eins“ lautet der inoffizielle Wahlspruch der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese gesellschaftliche Vision lässt sich auch als architektonisches Prinzip anwenden. Betrachten wir beispielsweise die vielen einzelnen Ziegel einer alten Backsteinwand, unterschiedlich in Farbe und produktionsbedingt leicht abweichend in den Abmessungen, ergibt sich in einigem Abstand das Bild einer einheitlichen Fläche. Aus den vielen kleinen einzelnen Bauelementen entsteht eine neue Qualität.

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Architektur im Dienste der Gesundheit

Menschen mit einer lebensbedrohlichen Krankheit erleben den Gang zum Arzt oft als einen Weg ins Ungewisse – voll von Angst und Hoffnung. Alles, was diesen Gang erträglicher und klarer werden lässt, ist eine Hilfe für die Betroffenen. Selbst das Praxisgebäude kann im Rahmen der Umstände seinen Teil dazu beitragen, beispielsweise indem es Besucher durch seine Gestaltung willkommen heißt und ihnen einen Ort anbietet, an dem sie sich geborgen fühlen können. Architektur im Dienste der Gesundheit weiterlesen

Kleiderwahl Teil 3

Crystal-Palace klein
Crystal Palace, London, 1851, Architekt: Joseph Paxton

Beim Crystal Palace in London setzt sich das modulare Raster der Fassade im glasgedeckten Tonnendach fort. Es entsteht ein für das Auge des Betrachters logischer Rhythmus, der die gesamte Gebäudehülle zu einer Einheit werden lässt. Ob aus funktionalen oder ästhetischen Gründen, manchmal erfordert der Entwurf eines Gebäudes die gleichen Strukturen an Dach und Fassade. Kleiderwahl Teil 3 weiterlesen