Zweite Jugend für verwaiste Textilfabrik

Seit den 1930er Jahren behauptet sich eine kleine Textilfabrik im belgischen Kortrijk gegen die zunehmende Urbanisierung in ihrem Umfeld. Im Laufe der Jahrzehnte umschlossen immer mehr Wohngebäude die mittlerweile leerstehende Produktionsstätte. Lange Zeit blieb die Fabrik inklusive angeschlossener Direktorenwohnung ungenutzt und unbewohnt. Sie entwickelte sich zu einem störenden Fremdkörper, dem die Nachbarn gerne den Garaus gemacht hätten. Das änderte sich erst mit Caroline Vanbiervliet. Die Architektin war auf der Suche nach einem Heim für ihre fünfköpfige Familie samt neuen Räumlichkeiten für ihr Architekturbüro. Zweite Jugend für verwaiste Textilfabrik weiterlesen

Ein neues Kleid

buckingham palast klein
Buckingham Palast, London, Fassade von Aston Webb aus dem Jahr 1913

Der Buckingham Palast wurde in den letzten Jahrhunderten mehrfach umgebaut. Die Hauptfassade, welche wir heute sehen, ist ein Ergebnis der Umbaumaßnahmen des frühen 20. Jahrhunderts. Falls dem altehrwürdigen Gebäude in Zukunft nochmals eine solche Auffrischung zugutekommt, werden neben Aspekten des Denkmalschutzes sicherlich auch Maßnahmen zur energetischen Ertüchtigung mit einfließen. Denn neben dem Wunsch nach einer neuen Ästhetik ist Bauherren heute vor allem die energetische Leistung einer Fassade wichtig. Ein Großteil des Baubestandes aus den 60er und 70er Jahren entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Eine sehr große Anzahl an Bestandsgebäuden wird deshalb jährlich nachträglich an der Fassade gedämmt. Die Wahl des einzusetzenden Systems sollte aber nicht nur aufgrund der Anschaffungskosten getroffen werden. Auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten, die Lebensdauer der Fassadenbekleidung sowie ökologische Gesichtspunkte sollten einbezogen werden. Ein neues Kleid weiterlesen

Tiere suchen ein Zuhause – VMZINC hat‘s gebaut

Hoch hinaus ging es in unserem letzten Blogbeitrag. Diesmal ändern wir die Blickrichtung und zeigen, dass Einfamilienhäuser noch lange nicht die kleinsten Bauwerke sind, die sich mit VMZINC realisieren lassen. Es geht noch zierlicher. Die Bewohner laufen dann allerdings eher auf vier Pfoten als auf zwei Beinen oder sie erheben sich in die Lüfte. Tiere suchen ein Zuhause – VMZINC hat‘s gebaut weiterlesen

Zink ohne Scheuklappen: Wenn fehlende Tradition zum Vorteil wird

In Europa wird seit Jahrhunderten mit Zink gebaut. Es dient zur Dacheindeckung, für die Dachentwässerung und immer öfter zur Gestaltung von Fassaden. Die Art, wie Zink bei uns eingesetzt wird, folgt einer jahrhundertealten Tradition. Die Verarbeitung an Dach und Fassade beruht auf bewährten Handwerkstechniken. Zink ohne Scheuklappen: Wenn fehlende Tradition zum Vorteil wird weiterlesen

Hoch hinaus

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Schloss in Versailles, 17. Jahrhundert, Jules Hardouin-Mansart, Ansicht vom Park.
Im mittleren Teil der Fassade befand sich über dem Erdgeschoss eine Terrasse. Diese verschwand mit der Errichtung des Spiegelsaals. Die Fassade wurde geschlossen.

Was tun, wenn einem der Ort, an dem man lebt, so sehr gefällt, dass man gar nicht mehr weg möchte, die Wohnung aber zu klein ist? Ludwig XIV. erging es so. Er hatte das ehemalige Jagdschloss seines Vaters in Versailles zu seinem Wohnsitz erkoren und Paris verlassen. Doch mit zunehmendem Hofstaat wurde auch immer mehr Raum benötigt. Es musste angebaut werden. Das Schloss wuchs und es kam der Moment, in dem die zum Park gelegene Terrasse oberhalb des Erdgeschosses verschwand. Es wurde aufgestockt, der Spiegelsaal entstand. Hoch hinaus weiterlesen

Rhythmus im Blut

Firmenübernahmen ziehen oft strukturelle Änderungen nach sich. Auch private Krankenhäuser sind davor nicht gefeit. Für das Hospital im niederländischen Oldenzaal bedeutete die Übernahme durch das Medisch Spectrum Twente einen tiefgreifenden Wandel. Es war die Aufgabe von IAA Architecten aus Enschede, diesen Wandel zu begleiten und in ein neues Gebäudekonzept zu überführen. Rhythmus im Blut weiterlesen

Transparenz kommt aus dem Morgenland

Viele Elemente der traditionellen islamischen Architektur entwickelten sich als Reaktion auf gleißendes Licht und hohe Tagestemperaturen. So verkleiden dekorative Holzgitter die Fensteröffnungen, um vor der Sonneneinstrahlung zu schützen und die Innenräume kühl zu halten. Diese Holzgitter werden auch Maschrabiyya genannt. Dank ihrer war es der muslimischen Damenwelt möglich, das Straßenleben zu beobachten, ohne sich um eine Verschleierung sorgen zu müssen. Transparenz kommt aus dem Morgenland weiterlesen

vertikal – horizontal – diagonal

bauakademie klein
Berliner Bauakademie, 1836, Architekt: Karl Friedrich Schinkel

Fassaden werden durch Ihre Öffnungen, die verwendeten Materialien und die Fugen dazwischen strukturiert. Über viele Jahrhunderte waren Fensteröffnungen vertikal. Fassaden mit einer vertikalen Strukturierung waren in früheren Epochen bedingt durch die Tragfähigkeit der verwendeten Baustoffe, welche keine allzu breiten Öffnungen zuließ. Dies änderte sich mit der Verwendung von Stahl und Beton. Fensteröffnungen wurden breiter und dies führte in logischer Konsequenz zu Fassaden ohne opaken Teil, ganz aus Glas, ganz aus Öffnung bestehend. Aber auch Glaselemente sind nicht grenzenlos. Die Anordnung der Fugen blieb weiterhin essentiell. vertikal – horizontal – diagonal weiterlesen

sichtbar – nicht sichtbar

Postsparkasse Zeichnung klein 1
Österreichischen Postsparkasse, Wien, 1906; Architekt: Otto Wagner

Die Schwerkraft auf unserem Planeten zwingt uns, bei der Planung von Fassadenelementen früher oder später über deren Befestigung nachzudenken. Dies ist wichtig, denn nicht nur Form und Format, Material und Oberflächenbeschaffenheit, Rasterung und Linienführung bestimmen das Erscheinungsbild einer Fassade, auch die Frage, wie die einzelnen Elemente befestigt werden, muss beantwortet werden. Bei Otto Wagners Postsparkasse in Wien halten vermeintliche Nieten die Marmorplatten. Sie haben hier aber keine tragende Funktion außer der eines Ornaments, welches die Fassade gliedert. Anders hingegen beim Archäologischen Museum in Frankfurt am Main von Josef Paul Kleihues. Hier sind in der Mitte der Natursteinplatten tatsächlich Abstandshalter angebracht. Sie haben nun sowohl eine technische als auch eine ästhetische Funktion. sichtbar – nicht sichtbar weiterlesen