In den letzten Jahren haben sich viele städtische Bibliotheken neu ausgerichtet und setzen vermehrt auf digitale Angebote und Arbeitsplätze. So wollen sie besonders bei jungen Menschen Interesse für ihre Dienstleistungen wecken. Mit der neuen Natalia-Ginzburg-Bibliothek beschreitet die Gemeinde Castel Maggiore einen anderen Weg: Sie gab ein Gebäude in Auftrag, das sich einer traditionellen Wissens- und Kulturvermittlung verschreibt. Um trotzdem gegen die digitale Konkurrenz von Streamingdiensten und Social Networks bestehen zu können, erweiterte die kleine italienische Gemeinde im Norden Bolognas die Anforderungen an das analoge Portfolio ihrer Bibliothek. In dem neuen Gebäude sollten der ausleihbaren Literatur Veranstaltungen, Ausstellungen und Konferenzen zur Seite treten.
Sanfter Auftritt weiterlesenKategorie: Projektbericht
Gut durchmischt
Die Wohnanlage Fellentor liegt unmittelbar neben dem Bahnhof der kleinen Marktgemeinde Lauterach im österreichischen Vorarlberg. Diese Lage an einer gut frequentierten Bahnlinie hatte großen Einfluss auf die Erschließung des Grundstücks und die Positionierung der fünf Gebäude. Sie gruppieren sich wie eine Wagenburg rund um einen freien Bereich im Inneren. Durch gestaffelte Gebäudehöhen schirmen sie die Bewohner vor dem Lärm und der Betriebsamkeit ab, welche die exponierte Lage am Bahnhof und an den Bahngleisen mit sich bringt. Die beiden direkt den Gleisen zugewandten Gebäude wachsen sechs beziehungsweise fünf Stockwerke in die Höhe. Bei den weiter abgewandten Wohnhäusern sinkt die Höhe über vier bis auf drei Geschosse ab.
Gut durchmischt weiterlesenLifestyle statt Tubenkäse
Vielen Norwegenreisenden ist der Käse aus der Tube sicher noch gut in Erinnerung. Auch in Reiseführern über das Land der Fjorde wird diese etwas kurios anmutende kulinarische Eigenheit gerne erwähnt. Herstellungsort der Tubenspeise war lange Zeit eine Fabrik in der Hafenstadt Bergen im Stadtviertel Damsgård. Das Fabrikgebäude wurde von Jens Bull entworfen und im Jahr 1913 erbaut. In den Jahren 1933 und 1934 übernahm die Firma Kavli die Produktionsstätte und verlegte ihren Sitz an den neuen Standort. Von nun an wurden hier nicht nur der Käse aus der Tube, sondern auch Primula, der erste haltbare Schmelzkäse, hergestellt. Die käsigen Innovationen wurden fortan in viele andere Länder exportiert. Erst 1984 wanderte die Produktion weiter an einen anderen Ort. Seither wurde das Gebäude an verschiedene Unternehmen vermietet.
Lifestyle statt Tubenkäse weiterlesenRuhesitz mit Benefits
Historische Gutshäuser und Stallungen stehen nicht nur in Deutschland häufig unter Denkmalschutz. In der Regel ist dann für eine Umwandlung in modernen Wohnraum ein enger Rahmen vorgegeben. Deutlich mehr Freiheiten hatte das Architekturbüro CDC Studio bei einem Projekt in Bartlow, das mit einer alten Scheune begann. In dem kleinen Ort südwestlich von Cambridge bekam das Team von einem pensionierten Ehepaar den Auftrag, ein Gebäude zu entwerfen, das diesem als Altersruhesitz dienen sollte. Allerdings brachten die beiden ihre ganz eigenen Vorstellungen mit. Einerseits wollten sie sich zu zweit in dem Haus nicht verloren fühlen, andererseits sollte das Gebäude die Möglichkeit bieten, die restliche Familie bei längeren Besuchen zu beherbergen oder andere Dorfbewohner zu größeren Festen einzuladen. Denn das kleine englische Dorf, das schon im Jahr 1967 vom Schienenverkehr abgeschnitten wurde, hat außer einem Pub wenig Infrastruktur für seine Bewohner zu bieten.
Ruhesitz mit Benefits weiterlesenWimbledon schlägt Wellen
Als Austragungsort für eines der vier Grand-Slam-Turniere ist Wimbledon weltweit bekannt. Doch auch abseits des hochdotierten Tennisspektakels investiert der Stadtteil im Südwesten Londons in sportliche Aktivitäten. Die King’s College School hat für ihre Schülerinnen und Schüler ein neues Sportzentrum gebaut, das außerhalb der Unterrichtszeiten der Tagesschule auch den Mitgliedern des King’s Club und den Anwohnern zur Verfügung steht. Auf dem Schulgelände finden sich natürlich die für Wimbledon obligatorischen Tennisplätze, doch das King’s College School Sports Centre beherbergt andere Sportarten. Mit einem Mix aus Neu- und Umbaumaßnahmen fasst es einige Sportstätten auf dem Schulgelände, die bisher verbindungslos nebeneinander standen, nun zu einem Gesamtkomplex zusammen. Alle Angebote sind damit über einen zentralen Eingang erreichbar.
Wimbledon schlägt Wellen weiterlesenOhne Anfang und Ende
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Universitätsbibliotheken den Eindruck heiliger Hallen vermittelten, in denen jedes Geräusch ein unerwünschter Störfaktor war. Das Learning Center der Université de Haute-Alsace im elsässischen Mulhouse wirbt für ein zeitgemäßeres Konzept. Natürlich gibt es auch hier traditionelle Bücherregale. Rund ein Drittel der 73.000 gedruckten Exemplare der Bibliothek stehen für den direkten, „analogen“ Zugriff zur Verfügung. Das Learning Center ist jedoch weit mehr als die Fortführung einer traditionellen Universitätsbibliothek.
Ohne Anfang und Ende weiterlesenSternenhimmel auf Erden
Der kleine französische Ort Le Clion-sur-Mer hat mit dem Salle-Joséphine-Baker einen neuen Gemeindesaal erhalten. Er glänzt tagsüber mit einer ausdrucksstarken Erscheinung und erstrahlt nachts mit einer leuchtenden Fassade. Damit wandelt er ein wenig auf den Spuren seiner berühmten Namenspatin, die zunächst als Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin die Menschen verzauberte und später ihre Bekanntheit nutzte, um für mehr Toleranz und Menschlichkeit einzutreten. Anfang des letzten Jahrhunderts in den USA geboren, nahm Josephine Baker im Jahr 1937 die französische Staatsbürgerschaft an. Alsbald schloss sie sich als aktive Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus der Résistance an. Zeit ihres Lebens setzte sie sich immer wieder gegen Rassismus und für die Freiheit und Gleichheit aller Menschen unabhängig von Nationalität, Hautfarbe oder Religion ein. Jahrzehnte nach ihrem Tod im Jahr 1975 wurde sie 2021 mit einem Platz im Panthéon, der nationalen Ruhmeshalle Frankreichs und Grabstätte berühmter Persönlichkeiten des Landes, geehrt.
Sternenhimmel auf Erden weiterlesenAusblick mit Fluchtpunkt
Das Zusammenspiel von Alt und Neu ist ein Thema mit unzähligen Variationen. In dicht besiedelten Innenstädten stellt sich stets die Frage, wie neue Gebäude zu Bestandsbauwerken in Beziehung treten. Besondere Bedeutung bekommt diese Fragestellung, wenn der Neubau ein bestehendes Gebäude erweitern soll. Ein Beispiel für ein solches Projekt ist das nach seinem Standort „36 Ferragus“ benannte Wohnhaus im französischen Aubervilliers. PietriArchitectes aus Paris zeichnen für dieses Projekt verantwortlich. Sie haben das neue Gebäude mit sichtbaren Kontrasten in einen eher heterogenen Straßenzug eingebunden. Dieser ist geprägt von Einfamilien- und Reihenhäusern aus unterschiedlichen Zeitepochen und in verschiedenen Größen.
Ausblick mit Fluchtpunkt weiterlesenVielfalt als Konzept
Von Manchester City bis zur Irischen See sind es über 60 Kilometer. Dennoch ist es der Stadt gelungen, den drittgrößten Seehafen Englands zu etablieren. Angestoßen wurde dieser Schritt durch den Niedergang der Industrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Manchester verlegte sich zwangsweise mehr auf den Handel. Doch die Küstenstadt Liverpool kontrollierte den Weg zum Meer und schmälerte die Gewinne durch hohe Hafengebühren. Diese machten den Weitertransport von Waren mit kleineren Schiffen über die natürlichen Wasserwege unrentabel. Manchester löste das Problem mit einem neuen Kanal, der groß genug war, um Seeschiffen den direkten Zugang zur Stadt zu eröffnen.
Vielfalt als Konzept weiterlesenGeschwisterpaar brilliert dank Zinkbekleidung
Wird ein neues Gebäude für ein bestehendes, recht homogenes Wohnumfeld geplant, stellt sich die Frage nach der Art der Einbettung. Soll sich das Gebäude unauffällig einfügen oder wagt es, aus dem einheitlichen Gesamtbild herauszutreten? Bei einem Neubau-Projekt in Zürich haben sich Menzi Bürgler Kuithan Architekten zu einem moderat eigenständigen Ansatz entschieden. In ein Umfeld aus traditionellen Häusern mit verputzten oder verklinkerten Fassaden haben sie zwei Gebäude gesetzt, die sich durch eine Fassaden-Bekleidung mit besonderen VMZINC-Schindeln auszeichnen. Auch wenn diese Fassaden zinktypisch elegant und zurückhaltend in Erscheinung treten, so erweisen sie sich in ihrem Umfeld doch als Blickfang.
Geschwisterpaar brilliert dank Zinkbekleidung weiterlesen