Ein Licht in der Dunkelheit

Sakralbauten weisen den Weg zu einer höheren Wirklichkeit. Mit einem Schritt tritt der Mensch aus der profanen Welt hinein in den heiligen Raum. Besonders katholische Kirchbauten beeindrucken den Gläubigen dabei gerne mit einer überwältigenden Architektur als Symbol für die Macht Gottes. Die kleine Kapelle Nossa Senhora de Fátima ist anders. Sie wurde von Plano Humano Arquitectos aus Lissabon für eine landesweite Zusammenkunft von über 20.000 portugiesischen Pfadfindern entworfen. Das Gelände liegt in einem kargen, menschenleeren Hochland, nahe der Kleinstadt Idanha-a-Nova. Ein Licht in der Dunkelheit weiterlesen

Form und Funktion

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Kaufhaus Schlesinger & Mayer (heute Sullivan Center oder Carson Pirie Scott Building), Chigaco 1899, Architekt: Louis Sullivan

„Form follows function“ lautet eines der bekanntesten Architekturzitate. Es stammt von Louis Henri Sullivan, der für eine Architektur bekannt ist, in der Ornamente stets ein essentieller Bestandteil sind. Wie passt dies zusammen? Die Funktion ist bei vielen Dingen einfach zu benennen. Eine Tür verschließt einen Raum, auf einem Stuhl kann man sitzen, aber was ist die Aufgabe eines Ornaments? Das Auge erfreuen? Das auch, aber das ist wohl noch zu wenig. Ein Ornament kann uns Gebäude erklären, eine Geschichte erzählen. Man denke hierbei nur an die vielen Figuren einer gotischen Kathedrale, welche den Menschen des Mittelalters – fast alle Analphabeten – die Geschichten aus der Bibel schilderten. Form und Funktion weiterlesen

Teatime am Kiosk

Mit seinen bescheidenen Dimensionen scheint der Brook Green Pavilion ein perfekter Ausdruck britischen Understatements zu sein. Doch als neuer Mittelpunkt einer innerstädtischen Grünanlage spielt er für sein regionales Umfeld eine bedeutsame Rolle. Gestaltung und Materialwahl zeugen von diesen Ambitionen. In das kleine Gebäude sind viele Ideen geflossen. Beispielhaft dafür steht nicht zuletzt das hochwertige Dach mit einer Zinkoberfläche in PIGMENTO rot von VMZINC. Teatime am Kiosk weiterlesen

Ein Dach kommt selten allein

Für gewöhnlich bringt ein Dach seine Wände, Decken und Böden gleich mit. Nur in seltenen Fällen stellt sich die Anforderung, ein Dach ohne ein dazugehöriges Gebäude zu bauen. Der Busbahnhof im schweizerischen Laufen ist ein bemerkenswertes Beispiel. Steuerwald Scheiwiller Architekten aus Basel haben eine außergewöhnliche Form und eine Außenhaut von VMZINC gewählt und daraus eine Überdachung geschaffen, die ein echter Hingucker geworden ist. Ein Dach kommt selten allein weiterlesen

sichtbar – nicht sichtbar

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Österreichischen Postsparkasse, Wien, 1906; Architekt: Otto Wagner

Die Schwerkraft auf unserem Planeten zwingt uns, bei der Planung von Fassadenelementen früher oder später über deren Befestigung nachzudenken. Dies ist wichtig, denn nicht nur Form und Format, Material und Oberflächenbeschaffenheit, Rasterung und Linienführung bestimmen das Erscheinungsbild einer Fassade, auch die Frage, wie die einzelnen Elemente befestigt werden, muss beantwortet werden. Bei Otto Wagners Postsparkasse in Wien halten vermeintliche Nieten die Marmorplatten. Sie haben hier aber keine tragende Funktion außer der eines Ornaments, welches die Fassade gliedert. Anders hingegen beim Archäologischen Museum in Frankfurt am Main von Josef Paul Kleihues. Hier sind in der Mitte der Natursteinplatten tatsächlich Abstandshalter angebracht. Sie haben nun sowohl eine technische als auch eine ästhetische Funktion. sichtbar – nicht sichtbar weiterlesen

Kleiderwahl Teil 1

Bei der Kleidung, die wir täglich tragen, kombinieren wir Farben, Muster und Materialien miteinander. Für diese Auswahl spielen nicht nur die Wetterbedingungen eine Rolle, sondern auch der jeweilige Anlass. So treten wir dann kontrastreich oder dezent in Erscheinung, stechen aus der Masse heraus oder gehen in ihr auf. Bei einer Gebäudehülle ist dies nicht anders. Neben technischen Zwängen gilt es auch, die der Bauaufgabe angemessene Wirkung zu beachten. Dabei werden Materialien miteinander kombiniert und in Beziehung zueinander gebracht.

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Zollverein-Kubus, Essen, 2006; SANAA
Die Fassade besteht nur aus Beton- und Glasflächen

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Kind der Liebe in Zink gehüllt

Das kleine Künstleratelier an der schottischen Küste von Kintyre fügt sich unauffällig in die Weite der Landschaft ein. Erst bei näherer Betrachtung treten die eigenwilligen Details in Erscheinung. Die Architekten von Studio Weave aus London beschwören eine mystische Stimmung herauf und nennen ihr Werk prosaisch „ein Kind der Liebe von Fels und Heimat“. Kind der Liebe in Zink gehüllt weiterlesen

Was Möwen-Schwingen und ein Restaurant-Dach gemeinsam haben

Möwen sind Flugkünstler, selbst bei stürmischem Wind wirkt ihr Flug noch leicht und elegant. Aus der Hamburger HafenCity sind sie nicht wegzudenken. Die begnadeten Segelflieger teilen sich auf recht besitzergreifende Weise den Platz mit den menschlichen Mitbewohnern.
Es ist dennoch eine Besonderheit, dass sie nun auch ihren Weg in die hanseatische Architektur gefunden haben. Das Architekturbüro EMBT aus Barcelona setzte beim Entwurf des Restaurants coast by east eine außergewöhnliche Idee um: Das Dach des Gebäudes bildet die Schwingen einer Möwe im Flug nach. Was Möwen-Schwingen und ein Restaurant-Dach gemeinsam haben weiterlesen