Vom Tresen an die Wand: Zink in Innenräumen

Metall erwartet man in Innenräumen in Form von Teilen des Mobiliars oder der Fenster, gegebenenfalls als Kerzenleuchter oder Teil der elektrischen Beleuchtung und eine alte Bezeichnung für den Tresen in Pariser Bistros ist „le zinc“. Nur selten wurde in der Architekturgeschichte mehr Metall im Inneren von Gebäuden eingesetzt. Dies ändert sich an der Wende zum 20. Jahrhundert.

notre dame du travail zeichnung klein
Notre-Dame-du-Travail, Paris 1902, Architekt: Jules Astruc
Während die Kirche von außen als Steingebäude erscheint, wird der Innenraum durch die Verwendung von Eisenstützen und Trägern bestimmt.

Vom Tresen an die Wand: Zink in Innenräumen weiterlesen

Ein Dach kommt selten allein

Für gewöhnlich bringt ein Dach seine Wände, Decken und Böden gleich mit. Nur in seltenen Fällen stellt sich die Anforderung, ein Dach ohne ein dazugehöriges Gebäude zu bauen. Der Busbahnhof im schweizerischen Laufen ist ein bemerkenswertes Beispiel. Steuerwald Scheiwiller Architekten aus Basel haben eine außergewöhnliche Form und eine Außenhaut von VMZINC gewählt und daraus eine Überdachung geschaffen, die ein echter Hingucker geworden ist. Ein Dach kommt selten allein weiterlesen

sichtbar – nicht sichtbar

Postsparkasse Zeichnung klein 1
Österreichischen Postsparkasse, Wien, 1906; Architekt: Otto Wagner

Die Schwerkraft auf unserem Planeten zwingt uns, bei der Planung von Fassadenelementen früher oder später über deren Befestigung nachzudenken. Dies ist wichtig, denn nicht nur Form und Format, Material und Oberflächenbeschaffenheit, Rasterung und Linienführung bestimmen das Erscheinungsbild einer Fassade, auch die Frage, wie die einzelnen Elemente befestigt werden, muss beantwortet werden. Bei Otto Wagners Postsparkasse in Wien halten vermeintliche Nieten die Marmorplatten. Sie haben hier aber keine tragende Funktion außer der eines Ornaments, welches die Fassade gliedert. Anders hingegen beim Archäologischen Museum in Frankfurt am Main von Josef Paul Kleihues. Hier sind in der Mitte der Natursteinplatten tatsächlich Abstandshalter angebracht. Sie haben nun sowohl eine technische als auch eine ästhetische Funktion. sichtbar – nicht sichtbar weiterlesen

Architektur mit Recht auf Anonymität

Zeitgemäße Wohnkonzepte setzen gerne auf die Gemeinschaft und ein Miteinander der Generationen. Ein Architekturbüro aus Zürich geht einen anderen Weg. Es stellt dem Leben in der Gemeinschaft das Recht auf Anonymität zur Seite. Das Mietwohnhaus MinMax schafft zwar auch einen Rahmen für gemeinschaftliches Wohnen, verpflichtet aber nicht dazu. Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten sehen Anonymität als integralen Bestandteil des städtischen Lebens. Architektur mit Recht auf Anonymität weiterlesen

Kleiderwahl Teil 2

hôtel solvay sw klein
Hôtel Solvay, 1903, Brüssel, Architekt: Victor Horta
Kombination unterschiedlicher Materialien an der Fassade

Komplexität und Widerspruch lautet ein wichtiges Werk der Architekturtheorie von Robert Venturi. Er beschreibt hierin, dass es immer dann interessant wird, wenn ein regelmäßiges Muster oder Raster durchbrochen wird. Die Gebäudehülle funktioniert hierbei nach den gleichen Gesetzen und Zusammenhängen wie die Kleidung, die wir täglich tragen. Den Anlässen entsprechend kombinieren wir verschieden Farben und Webmuster miteinander und akzentuieren unsere Garderobe durch ein zusätzliches Accessoire, einen Kontrapunkt. Kleiderwahl Teil 2 weiterlesen

Die Alchemie von Licht und Schatten

Licht und Schatten stehen oft beispielhaft für den Gegensatz von Gut und Böse. Aus ihrem Aufeinandertreffen entwickelt sich höchste Spannung. Auch in der Architektur ist das Spiel mit Licht und Schatten ein elementarer Bestandteil. Doch der Architekt ist kein Drehbuchautor. Er hat nicht die Aufgabe, dem Licht zum Sieg zu verhelfen. Seine Kunst ist es, Licht und Schatten zu einem harmonischen Ganzen zu vereinen. Die Alchemie von Licht und Schatten weiterlesen

Kleiderwahl Teil 1

Bei der Kleidung, die wir täglich tragen, kombinieren wir Farben, Muster und Materialien miteinander. Für diese Auswahl spielen nicht nur die Wetterbedingungen eine Rolle, sondern auch der jeweilige Anlass. So treten wir dann kontrastreich oder dezent in Erscheinung, stechen aus der Masse heraus oder gehen in ihr auf. Bei einer Gebäudehülle ist dies nicht anders. Neben technischen Zwängen gilt es auch, die der Bauaufgabe angemessene Wirkung zu beachten. Dabei werden Materialien miteinander kombiniert und in Beziehung zueinander gebracht.

sanaa klein
Zollverein-Kubus, Essen, 2006; SANAA
Die Fassade besteht nur aus Beton- und Glasflächen

Kleiderwahl Teil 1 weiterlesen

Kind der Liebe in Zink gehüllt

Das kleine Künstleratelier an der schottischen Küste von Kintyre fügt sich unauffällig in die Weite der Landschaft ein. Erst bei näherer Betrachtung treten die eigenwilligen Details in Erscheinung. Die Architekten von Studio Weave aus London beschwören eine mystische Stimmung herauf und nennen ihr Werk prosaisch „ein Kind der Liebe von Fels und Heimat“. Kind der Liebe in Zink gehüllt weiterlesen